Krisen als Geschäftsmodell: IG Metall Sachsen-Anhalt schlägt Alarm
Die IG Metall Sachsen-Anhalt warnt vor einer besorgniserregenden Entwicklung: Krisen dürfen nicht als Geschäftsmodell dienen. Der Protest gegen überteuerte Spritpreise nimmt zu.
In einem Land, das sich selbst gerne als wohlhabend bezeichnet, sind die Spritpreise ein barometrisches Instrument für wirtschaftliche Ungerechtigkeiten. Wie oft wird der Autofahrer zur Kasse gebeten, während die Ölkonzerne sich am Rande der Krise die Taschen füllen? Diese Fragen wurde nun von der IG Metall Sachsen-Anhalt aufgegriffen, die eine bemerkenswerte Stellungnahme zu den exponentiell steigenden Preisen an der Zapfsäule herausgegeben hat.
Die Gewerkschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf eine besorgniserregende Entwicklung in der Branche aufmerksam zu machen: Krisen dürfen kein Geschäftsmodell sein. Wer könnte da widersprechen? Doch angesichts der exorbitanten Preise an den Tankstellen, scheint es, als wäre die Abzocke an der Zapfsäule bereits Teil des Geschäftsplans geworden.
Doch die IG Metall wäre nicht die IG Metall, wenn sie nicht mit einer gewissen Ironie das Thema angehen würde. Kurzfristige Krisen erscheinen besonders lukrativ für Unternehmen, die anscheinend die Notlage der Verbraucher als Möglichkeit begreifen, um ihre Gewinne zu maximieren. Es ist fast schon beeindruckend, wie geschickt Markttreiber die Gunst der Stunde nutzen.
Ein Aufruf zum Handeln
Mit einer Mischung aus Entschlossenheit und einer gewissen Portion trockenem Humor hat die IG Metall Sachsen-Anhalt dazu aufgerufen, gemeinsam gegen diese Unsitte zu kämpfen. Ihre Botschaft ist klar: Wir dürfen nicht länger tatenlos zusehen, wie unsere Ersparnisse an der Zapfsäule verballert werden. Der Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte könnte hier zitiert werden, um festzustellen, dass das Recht auf ein menschenwürdiges Leben auch den Zugang zu fairen Preisen einschließen sollte.
Die Gewerkschaft fordert, dass nicht nur die Politiker, sondern auch der Bürger in die Verantwortung genommen werden. Ein Umdenken in der Gesellschaft sei nötig, um nicht als pure Konsumenten zu enden, sondern als mündige Bürger, die das Unrecht anprangern und Veränderungen einfordern.
Schließlich ist es nicht nur eine Frage des Geldes. Es geht um Fairness, um Gerechtigkeit und darum, dass Krisen nicht als willkommene Gelegenheit genutzt werden, um die Taschen zu füllen. Vielleicht sollten wir beim nächsten Tankstopp einfach die Fähnchen der IG Metall schwenken und ein Plakat mit der Aufschrift "Krisen sind kein Geschäftsmodell!" in die Höhe halten. So hätte ein Stopp an der Tankstelle gleich noch einen gewissen Unterhaltungswert – und der eine oder andere verkrampfte Autofahrer könnte darüber nachdenken, was wir da wirklich unterstützen, wenn wir tanken.
So bleibt zu hoffen, dass der Aufruf von IG Metall Sachsen-Anhalt nicht nur ein Schrei in der Wüste bleibt, sondern ein erster Schritt hin zu einer gerechteren Wirtschaft, in der alle Akteure für ihre Handlungen zur Verantwortung gezogen werden. Denn unter dem Strich sollte auch an der Zapfsäule der Mensch zählen und nicht nur der Gewinn.